Anbieter von Konferenzen und Publikationen – kreativ oder kriminell?

… prüfen, prüfen, prüfen… es gibt viel Unseriöses im Markt! Und unter den Anbietern verbirgt sich der ein und andere „Wolf im Schafpelz“!  Die Erkenntnis trifft dich wie eine Abrissbirne und du fühlst dich plötzlich in deinem ethischen Verhalten abgewrackt.

Die Mails dieser Anbieter, die ich zuhauf erhalte, wandern alle in den Spamordner. Es gibt Erfahrungen, die muss man nicht wiederholen. Und – unglaublich, wie kreativ die sind!

Achtung bei Mails mit – „we are honoured to invite…“ 

oder „We are very much delighted to have you in our family of xxx Journals…“ (z.B. Nessa, Kosmos, RSSDIJ)

Ich weiss nicht, wie es meinen KollegInnen aus der Forschung geht, wenn sie feststellen müssen, dass sie Konferenz- und Journalanbietern, die nur Profit machen wollen und denen es egal ist, ob die wissenschaftliche Reputation vor die Hunde geht, auf den Leim gegangen sind.

Was soll man als unerfahrener Forscher tun, wenn die hart erarbeiteten Forschungsergebnisse in Journals publiziert sind, die zwar Peer-Reviews propagieren, diesen aber gar nicht durchführen. Als Wissenschaftler fehlt einem das fachliche Feedback, das nötig ist, um seine Arbeit zu reflektieren und präzise zu formulieren.

DEBEC-Methode ® funktioniert – Eine meiner PCOS-Fallstudien-Patientin ist schwanger!

Jedenfalls bin ich sehr stolz auf meine Arbeit, die nun sogar ein Ergebnis erzielt hat, das die PCOS-Welt revolutionieren könnte. Nur mit Lebensstiländerung, ohne Medikamente und operative Eingriffe ist eine meiner Langzeit-Fallstudien-Patientin guter Hoffnung. Sie kann ihr Glück kaum fassen und für mich ist es die Bestätigung der DEBEC-Methode ®

Frustration und Verunsicherung – Neue Wege zu sicheren Publikationen müssen her

Gern möchte ich das publizieren, doch derzeit bin ich ungeheuer verunsichert und ehrlicherweise auch frustriert. Meine Recherchen haben Unglaubliches zu Tage gebracht und mich persönlich auch in eine tiefe Krise geführt. Wem im WWW-Netz kann man noch glauben und vertrauen? Eine Möglichkeit, das herauszufinden ist das  Teilen von schlechten und guten Erfahrungen, um voneinander zu lernen.

Meine 10 Hinweise auf dubiose Anbieter im wissenschaftlichen Umfeld[1]:

  1. Namenlose Anschreiben (Dear Professor…)
  2. Falsche Ansprache
  3. falscher Name (Dear Dr. Jxx Dxx -name redacted-, Greetings of the day! We are in shortfall of one article for successful release of Volume 1 Issue 3 of our LOJ Medical Sciences (LOJMS).
  4. Texte, die viele Schriftarten zeigen (From: Abby Olivia michelsmith@gmail.com, Dear Dr. xxxThank you for your participation and kind support at PCOS-2018 conference and being a part of conference success. Below is your keynote abstract:  How to prevent and manage multifarious polycystic ovary syndrome (PCOS)?…. DOI link published in our main journal.  http://www.imedpub.com/proceedings/how-to-prevent-and-manage-multifarious-polycystic-ovary-syndrome-pcos-2715.html kindly look into it and mail us if you have any queries. Regards Ms.Helen (first mail Helen White)
  5. Keine Webseiten Info im Mail
  6. Mails in denen Zeitdruck erzeugt wird („we are in shortfall…“, „Await your rapid submission”)
  7. APC Discount angeboten wird („Note: Special Discount on your contribution.“)
  8. Einladung als Editor tätig zu werden („Note: If you would like to join our team as Editorial Board member, please help us with your most recent CV and a photocopy.“)
  9. Druck, weitere Teilnehmer für die Konferenz zu akquirieren („Kindly recommend any of your students and colleagues to register early so that we will provide special discounts upon student package”)
  10. Keine Informationen über APC auf der Internetseite

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4477767/

Um anderen Wissenschaftlern zu helfen, dubiose Angebote zu erkennen, habe ich einiges an Mails und Infos zusammengestellt. Was ich mit meinen geplanten Publikationen mache, weiss ich derzeit noch nicht. Sicher ist jedenfalls – ich werde mit geschärften Sinnen an die Sache herangehen und das, was sich als Betrügerei entpuppt hat, als wertvolle Erfahrung verbuchen.

Daher teile ich meine Erfahrungen hier…

und gewähre ich Einblicke in das, was ich seit ich eine dieser Konferenzen besucht habe, erhalte!

Und nun beginnen die Anbieter scheinbar, die Publikationen „umzuhängen“, weil sie aufgedeckt wurden und sich einen seriösen Anstrich verpassen wollen. Jedenfalls habe ich eine Meldung erhalten, dass mein Artikel nun unter einem neuen LINK abrufbar ist. Kann sich jemand mein Entsetzen, mein Erstaunen darüber  vorstellen?

Lorem ipsum, haha – Kopf hoch und weiter machen! 

Ich bin allerdings froh, dass jede Publikation im Open Access für meine Verhältnisse richtig Geld gekostet hat und ich daher limitiert war. So ist nicht all zuviel wissenschaftliche „Erde verbrannt“ und ich habe den Kopf auch wieder über Wasser 🙂 Denn, dass ich mit meinen Erfahrungen hoffentlich viele Forschende vor bösen Überraschungen bewahren helfen kann, motiviert mich. Bitte den gelben Kasten beachten – die Anbieter haben z. T. schlechte Websites  („lorem ipsum“) !

 

und damit nicht genug… Sie geben sich ein professionelles Erscheinungsbild mit allem, was man lernt, wie Publikationen zu tun sind. Und ja, welcher Wissenschaftler fühlt sich nicht geehrt, wenn er eingeladen wird seine Arbeit zu veröffentlichen.

 

und wenn schon vor der Website gewarnt wird, sollte man nicht sehenden Auges ins wissenschaftliche „Verderben“ laufen und seine hart erarbeiteten Ergebnisse solchen Journalen in den geldgierigen Rachen werfen. Sorry, wenn meine objektive Darstellung leidet. Aber so etwas macht mich extrem wütend.