Wenn sich Kinderwunsch nicht erfüllen will

Was tun, wenn sich der Kinderwunsch auf natürlichem Weg nicht erfüllen will?

Die Eizelle ist nur kurze Zeit befruchtungsfähig, die Spermien müssen eine langen Weg zurücklegen, bis sie auf die Eizelle treffen. Das Verschmelzen von Eizelle und Spermium ist vergleichbar mit einem Glücksspiel. Trotzdem scheint es, dass bei manchen Paaren gar nicht viel dazu gehört, während andere sich abmühen und es einfach nicht klappen will. Und dann wieder hört man von Paaren, die es irgendwann aufgegeben haben und dann zum unmöglichsten Zeitpunkt schwanger wurden. Das Wunder Mensch, ist und bleibt ein Wunder Mensch. Leider gibt es ernste Erkrankungen der Fortpflanzungsorgane und hormonelle Störungen, die der Erfüllung des Kinderwunschs entgegenwirken und dann ist es alles doch nicht so einfach. Wenn man Bescheid weiß, kann man damit umgehen (lernen), aber was ist wenn nicht… das Schwanger werden wird dann zur „Zerreißprobe“.

Auch an das PCO-Syndrom denken

Wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllen will, kann es  u. a. daran liegen, dass ein PCO-Syndrom vorliegt. Daher sollte auf jeden Fall abgeklärt werden, was der Grund ist: Erkrankung, Alter (ideales Alter 26-32 wegen Eizellen-Qualität) etc. Ein großer Vorteil ist die Forschung auf diesem Gebiet und mit IVF, der In vitro Fertilisation werden heutzutage echte Wunder vollbracht. Es bestehen gute Chancen auf ein Baby, wenn die Grundlagen passen. Dies ist bei PCOS ein hartes Stück Arbeit, körperlich wie psychisch, denn das Schwanger werden kann von Rückschlägen begleitet werden, Hoffnungen zerstören, aufkeimen lassen usw.. Trotzdem – nichts ist ganz unmöglich und für ein eigenes Kind sind Paare zu vielem bereit.

10 Fakten, wenn bei Verdacht auf PCOS Kinderwunsch besteht 

  1. Gesicherte Diagnose anhand der Parameter und Indikatoren für PCOS (Rotterdam Kriterien, Ultraschall, Androgenwerte)
  2.  Lifestyle: Reduktion der Gesundheitsrisiken (BMI unter 25, Insulinresistenz, Fettwerte),
  3. Nahrungsergänzungsmittel  (Myo-Inositol, Folsäure, Vitamin D3) oder das „off label“ Präparat: Metformin bei Insulinresistenz (IR)
  4. Akzeptanz der Erkrankung mit all seinen Facetten und Auswirkungen, zb auf Partner, Beruf, Freizeit
  5. Tests/Untersuchungen und Monitoring
    • Ultraschall, AHM, Rötelntiter (IgG Antikörper), Varizella-Zoster-Virus (VzV) und Thromboseneigung anhand Gerinnungsfaktoren/Gerinnungsstörung (APC-Resistenz), Insulin, Glucose, Eileiterdurchgängigkeitsuntersuchung, zb Revers – ExEm(R) Foam, Spermiogramm, Pap-Abstrich-Befund, Chlamydien/Bakterien-Test
    • Zyklusmonitoring
  6. Kurzzeit-Therapiemöglichkeit: z.B. Clomifen
  7. Langzeit-Therapiemöglichkeit: FSH Injektionen
  8. In Vitro Fertilisation  (IVF), z.B. wenn zum PCOS auch die Spermienqualität nicht passt. Eizelle und Samenzelle werden bei diesem Verfahren ausserhalb des Körpers zusammengeführt. Die Methode  hat sich auch bei Patientinnen mit verklebten EIleitern und bei Endometriose etabliert.
  9. Laparoskopisches Ovarielles Drilling (LOD) – der operative Eingriff ist mit einer Stichelung der Ovarien vergleichbar (z.B. bei Clomifenresistenz), der bis zu 12 Monate wirksam sein kann und den Vorteil hat, dass Mehrlingsschwangerschaften/-geburten ausgeschlossen werden können, aber den Nachteil einer Operation hat. Verletzungen des Umgebungs-Gewebes sind z. B. wenn auch selten, möglich.
  10. Psychologisches Coaching (bei Rückschlägen, Schwangerschaftsabbrüchen), Plan B, wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllen lässt.

Das Erfüllen des Kinderwunsches  – Eine Belastung

Die Patienten-Belastung dabei ist enorm und darf in der Therapie und der Beratung nicht vernachlässigt werden: emotional, mögliche Arztwechsel, zeitlicher Aufwand, Job, Partnerschaft, Familie, Freunde, finanzielle Belastung trotz PCOS-Fond (Österreich), tägl. (Basal-)Temperatur-Messung bis gesicherte Aussagen über den Zyklus möglich sind, lebenslange Disziplin, Ausdauer- und Kraftsport

Coaching

Empfehlenswert ist Coaching: gerade für Änderungen im Lebensstil und in der Zeit von Babywunsch bis zur Geburt. Coaching als „Hängematte“ für die Betroffenen, die auch ein Recht darauf haben, ihre Seele baumeln lassen zu dürfen.

Betroffene helfen  Betroffenen

Schreiben Sie mir! Helfen Sie mir mit Ihren Erfahrungen anderen Betroffenen zu helfen! Oder machen Sie mit Ihrer Geschichte Mut! 10 Mio Frauen weltweit haben PCOS. Jede für sich kämpft mehr oder weniger allein. Gemeinsam lässt sich vieles besser meistern. Vertraulichkeit ist gewährleistet ebenso wie Schweigepflicht! Das ist mein Ehrenkodex. Kontakt: mek@eckertkrause.com

Habe ich PCOS oder nicht?

Sie haben sich durch meinen Blog gelesen oder sich anderweitig informiert und sind sich nicht sicher, ob Sie PCOS haben? Kein Problem.

Ich schicke Ihnen unseren Fragebogen zu. Sie füllen den aus und schicken ihn zurück oder wir besprechen Ihre Antworten in einem Gespräch oder tauschen uns via Email aus. Es gibt viele Wege! Den ersten Schritt müssen Sie machen.

Weiterführende Literatur für Interessierte

  • Marion Eckert-Krause (2015). OPERATIVE BEHANDLUNG MIT LOD BEI PCOS UND KINDERWUNSCH – EINE ALTERNATIVE?, Abstractbuch, Menopausekongress, Wien
  • Marion Eckert-Krause (2014). Wege aus der psychischen Belastung adipöser Menschen während Gewichtsreduktion, Public Health Schweiz, Olten
  • Marion Eckert-Krause (2014). Weight step management as part of successful coaching measure with obese clients,  Abstractbuch, Menopausekongress, Wien
  • Marion Eckert-Krause (2014). Gesunder Stoffwechsel beginnt im Mund, Abstractbuch, Menopausekongress, Wien
  • Marion Eckert-Krause (2013). Vielversprechende Therapiekombination bei polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) mit Hirsutismus.  Studienplanung mit Einsatz der Elektro-Epilation,  Abstractbuch, Menopausekongress, Wien
  • Thomas Strowitzki, Michael von Wolff (2005)  Laparoscopic ovarian drilling (LOD) in patients with polycystic ovary syndrome (PCOS): an alternative approach to medical treatment? Volume 2, Volume 2, Issue 2, pp 71-79Issue 2, pp 71-79